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Was ist unser Geld noch wert?

Wie die Inflation der Mittelschicht und den kleinen Einkommen zu schaffen macht

Dass Preise im Laufe von Jahren und Jahrzehnten steigen, ist mittlerweile ein bekanntes Szenario. Mittels Lohnerhöhungen und neuen konjunkturellen Entwicklungen gelang es in den vergangenen Jahren meist auch, der Inflation entgegenzuwirken und nominal die Kaufkraft in der Bevölkerung zu erhalten. Jedoch sprechen wir hier von Inflationszahlen zwischen einem und 2 Prozent. Nun gab es allein im September einen Wert von 4,1% zu ,,bestaunen“, welcher besonders den kleinen und mittleren Einkommen nach der Krise erneut Sorgenfalten auf die Stirn bringt. Dieser Artikel setzt sich mit den gestiegenen Preisen auseinander und betrachtet die Auswirkungen für Familien unseres Landes. Auch die Frage nach den Handlungsmöglichkeiten, beispielsweise denen der EZB, wird untersucht.

Inflationswerte von 4,1 % in den vergangenen Monaten bringen Sorgenfalten

Auch wenn die Menschen beim Einkauf merken, dass sich das Preisniveau verändert, sind die veröffentlichten Zahlen ein Schock gewesen. Eine Inflationsrate von 4,1% im vergangenen September weist nicht mehr auf eine normale Entwicklung, sondern auf ein ausgewachsenes Problem hin. So schnell wie die Preise in einigen Branchen derzeit steigen, so können die Löhne nicht mithalten. Hier ist den Arbeitgebern kein Vorwurf zu machen, schließlich wäre eine Erhöhung, die mit der anziehenden Inflation Schritt halten sollte, unternehmerischer Selbstmord. Gerade mittelständische Unternehmen im Handwerk leiden beispielsweise unter dem hohen Wert und haben große Probleme, Materialien und Werkzeuge zu zahlen. Es sind aber auch Menschen im Privatleben, die unter dem neuen Preisniveau ächzen. Beim normalen Wocheneinkauf macht sich der Eindruck breit, dass man den Korb bei Weitem nicht mehr so voll mit aus dem Laden nimmt wie bisher, wenn man nicht mehr Geld ausgeben mag oder kann. Zweifellos können aus den veröffentlichten Zahlen konjunkturelle Schwierigkeiten erwachsen, wenn es tatsächlich mehr und mehr kleine sowie mittelständische Unternehmen erwischt, die nicht mehr in der Lage sind, notwendige Anschaffungen im entsprechenden Rahmen zu machen. Auch auf Seiten der mitverantwortlichen Politiker machen sich derweil Sorgenfalten breit und bei der Suche nach einem Gegenmittel scheint noch keine Lösung in Sicht zu sein. Blanker Hohn scheint das derzeitige Zinsniveau auf Seiten des Guthabenzinses für diejenigen zu sein, die hart dafür arbeiten, sich ein gewisses Kapital auf die Seite zu legen. Bei immer mehr Banken werden diese Menschen in unserem Land mit Negativzinsen genau dafür bestraft, dass sie mit ihrer Hände Arbeit unser Land voranbringen und davon auch mit einem keineswegs immer exorbitanten Vermögen profitieren. Nun dazu gebracht werden zu sollen, zu überhöhten Preisen, die in atemberaubender Geschwindigkeit steigen, das Geld auszugeben, welches man sich teilweise über Jahre angespart hat, kann nicht das Mittel der Wahl in der Geldpolitik der Zukunft sein. Zweifellos ist dabei nicht zu vergessen, dass die Menschen, die über gar kein Vermögen oder Guthaben verfügen, die größten Lasten der Inflation zu tragen haben. Für sie besteht schließlich in manchen Bevölkerungsgruppen gar keine Möglichkeit mehr, Einkäufe zu erledigen, die dem bisherigen Standard entsprechen und nicht vom Sehen auf das Portemonnaie geprägt sind. Hier droht ein Teil unserer Mittelschicht wegzubrechen, auf die wir über Jahre und Jahrzehnte besonders stolz gewesen sind.

Haben wir noch ein Gegenmittel?

Die Erhöhung der Zinsen könnte ein Mittel sein, um stetige Preissteigerungen in verschiedenen Branchen zu verhindern. In den USA kam durch die Zentralbanken durchaus bereits das eine oder andere Signal, dass eine solche Vorgehensweise in den kommenden Jahren absolut denkbar ist. Die EZB unter Chefin Lagarde hingegen macht keine Anstalten, Zinserhöhungen auch nur zu überdenken. Handelt es sich dabei um wirtschaftliches Unverständnis oder fehlen tatsächlich die Mittel, um sich der Preissteigerung entgegenzustellen? Gerade im Immobiliensektor haben wir in den vergangenen Jahren Steigerungen gesehen, die in vorherigen Zeiten überhaupt nicht vorstellbar gewesen sind. Gleichzeitig war es aufgrund des geringen Zinses für einige Familien möglich, eine langfristige Finanzierung zu erhalten, die ansonsten eher nicht in Frage gekommen wären, wenn es um den Erwerb eines Eigenheims geht. Gehen die Preise nun aber weiter so stark in die Höhe wie bisher, bleibt der Traum vom Eigenheim für diese Menschen wieder in weiter Ferne, auch wenn die Zinsen gering bleiben. Zinserhöhungen würden widerum dazu führen, dass so viele Menschen in finanzielle Schwierigkeiten geraten, wie es vielleicht noch nie zuvor in der Geschichte der Bundesrepublik der Fall gewesen ist. Somit scheint das Waffenarsenal in Europa derzeit alles Andere als gut bestückt zu sein und es gilt nun schleunigst, andere Mittel und Wege zu finden, wie man die mittleren und kleinen Einkommen entlasten kann. Während der Staat und die Politik in verschiedensten Bereichen stets mehr von den Bürgern zu verlangen scheint, ist ein rigoroses Einschreiten zugunsten der Menschen in unserem Land hier noch nicht zu erkennen. Ähnlich wie bei den massiv gestiegenen Benzinpreisen lässt man die eigene Bevölkerung abermals im Stich und nicht einmal der Wille zur gemeinsamen Bewältigung der Probleme wird in der Öffentlichkeit geäußert.

Weihnachten im Zeichen des enger geschnallten Gürtels?

Eine so massiv angezogene Inflation wie sie nun zu beobachten ist, kennt keine Gnade sowie keine Anlaufzeit. Stattdessen schlagen die erhöhten Preise sofort zu und reißen Lücken in so manche Haushaltsrechnung. Menschen, die mit ihrem Einkommen gerade so ausgekommen sind und in den kommenden Wochen oder Monaten keine massiven Erhöhungen zu erwarten haben, werden bereits jetzt in der anbrechenden Vorweihnachtszeit Probleme kriegen, sich ihre ansonsten erfüllten kleinen Wünsche realisieren zu können. Dabei kann es abermals gerade Leistungsträger der Gesellschaft wie Krankenschwestern, Kassierer etc. treffen. Nach dem Applaus in der Pandemie scheint die Gruppe erneut eine Last tragen zu müssen, die von der Politik dieses mal nicht einmal wirklich wahrgenommen wird. Stattdessen kündigen sich zum Start des neuen Jahres erneute Preiserhöhungen in verschiedenen Bereichen an und auch die ohnehin exorbitanten Spritpreise drohen abermals zu steigen. Der Punkt, an welchem ein Riss in der Gesellschaft nicht mehr zu beheben ist und an dem sich das Vertrauen in die Politik nicht mehr zurückgewinnen lässt, ist nie genau zu benennen. Jedoch ist zu befürchten, dass wir uns bei ausbleibendem Handeln der Politik weiter auf diesen Punkt zubewegen und ihn eines Tages erreicht haben. Schwierigkeiten, einen ohnehin bescheidenen Lebensstandard beibehalten zu können, können zu einem Katalysator für diese schwierige Entwicklung sein, wenn sie größere Gruppen der Bevölkerung betreffen.

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