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Spritpreise bestrafen Leistungsträger unseres Landes

Was bezwecken die neuen Steuern wirklich?

Ein Großteil der Parteien, die im neuen Bundestag vertreten sein werden, ist sich in einem Punkt einig. Es wird Steuererhöhungen in verschiedenen Bereichen geben, um die Ausgaben der Pandemie dämpfen zu können. Zwar versprechen besonders Grüne und SPD nur Bestverdiener härter zu besteuern, jedoch zeigt die Vergangenheit, dass hier stets auch das Setzen der jeweiligen Grenze eine wichtige Rolle spielt. Weiterhin zeigt sich besonders bei den Spritpreisen, die aufgrund von erhöhten Steuern in nie geahnte Höhen gestiegen sind, dass es die Politik nicht immer so genau nimmt, wenn es darum geht, nur einzelne Gruppen der Gesellschaft zu belasten. Stattdessen sind es besonders die Leistungsträger unseres Landes, die beruflich weite Strecken zurücklegen, welche durch die exorbitant gestiegenen Preise belastet werden.

Wer mit dem privaten PKW zur Arbeit fährt, bleibt auf den Kosten sitzen

Besonders diejenigen Arbeitnehmer, die mit eine weite Arbeitsstrecke haben oder deren Arbeitsstätte immer wieder oder gar täglich wechselt, sind nicht selten auf den eigenen PKW angewiesen. Auch wer auf dem Land lebt, kann ohne eigenes Auto dem Leistungsgedanken unseres Landes nicht gerecht werden, denn der öffentliche Nahverkehr ist in vielen Gegenden keineswegs so ausgebaut, dass man von einer zumutbaren Belastung bei der entsprechenden Nutzung reden könnte. Da es sich hierbei um eine staatliche Aufgabe handelt, wirkt die Kritik an der Nutzung des eigenen PKWs von eben jener staatlicher Seite doch ziemlich absurd. Weiterhin ist die Pendlerpauschale in den vergangenen Jahren nicht bzw. nicht in dem Maße angehoben worden, als dass man die extrem gestiegenen Kosten mit ihr decken könnte. Arbeitnehmer sind somit auf kulante Regelungen zur Fahrtkostenerstattung seitens der Arbeitgeber angewiesen, wobei diese dadurch in die Bredouille gebracht werden. Es gilt das Prinzip des Gebens und Nehmens wenn die Leistungsträger unserer Gesellschaft fordern, dass der Staat gezwungen ist, die Bedingungen des öffentlichen Nahverkehrs deutlich zu verbessern, bevor man Autofahrer durch Spritpreise bestrafen darf, die in dem Maße steigen, wie sie es besonders im laufenden Kalenderjahr tun. Auch die Argumentation des gestiegenen Weltmarktpreises kann in diesem Fall keine Rolle spielen, schließlich sind die neuen Steuern offensiv verkündet worden. Welchen Beitrag sie zum erhofften Klimaschutz liefern, während vielerorts schlicht und einfach die Alternativen fehlen, bleibt dabei mehr als fraglich.

Die Politik nimmt die Falschen ins Visier

Während Konzerne und Flugreisende innerhalb Deutschlands die Umwelt deutlich stärker belasten, als es jeder PKW-Fahrer tut, nimmt die Politik mit den neuen Steuern genau die ins Visier, welche auf eigene Verantwortung und vor allem auf eigene Kosten reisen und dabei den Weg zur Arbeit auf sich nehmen. Die Hoffnung, dafür eine Wertschätzung von staatlicher Seite zu erhalten und mit Erleichterungen rechnen zu können, erwies sich nicht nur in der Vergangenheit immer wieder als falsch, sondern wird derzeit nochmal in ihrer Absurdität untermauert. Auch Solo-Selbstständige, die beispielsweise verschiedene Kunden am Tag abfahren müssen, leiden unter der extremen Verteuerung der Spritpreise, da hier zunächst einmal ein Grundstock an Kapital aufgebaut werden muss. Das Mitführen von Gerätschaften und Utensilien führt weiterhin dazu, dass eine Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln praktisch unmöglich ist. Eine Abrechnung als Firmenfahrzeug ist in solchen Fällen zwar möglich, wirkt sich jedoch für die erwähnte Klientel nicht in dem Maße positiv aus, als dass der Effekt der Preiserhöhungen völlig verpuffen würde. Das Argument, die Menschen sollen mehr auf Elektrofahrzeuge setzen, wirkt gerade bei Vielfahrern nicht und kann verständlicherweise nur auf Kopfschütteln stoßen. Schließlich ist unser Land keinesfalls mit der Vielzahl von Ladesäulen ausgestattet, wie es notwendig wäre, um hier ein effizientes Reisen und Arbeiten zu ermöglichen. Weiterhin besteht kaum die Möglichkeit, genügend Kilometer zu sammeln, ohne erneut aufladen zu müssen, wenn Strecken durch die Republik notwendig sind. All diese Aspekte werden bei den Forderungen der Politik nach Alternativen zum klassischen Individualverkehr außer Acht gelassen. Das Schaffen von Alternativen durch staatliche Bemühungen scheint derzeit deutlich hinter der Bestrafung von Autofahrern zurückzustehen. Weiterhin behaupten böse Zungen, dass vor allem das Sprudeln von Steuergeldern im Vordergrund stehe, wobei der Anlass für die Verantwortlichen nur eine Nebenrolle spiele. Fest steht, dass die Belastung der Autofahrer so nicht weiterhin verkraftet werden kann, wenn wir betrachten, dass es sich bei ihnen um die Menschen handelt, die Tag für Tag den Arbeitsweg auf sich nehmen, um einen wichtigen Teil für das Gemeinwohl zu leisten. Mancher fühlt sich in Anbetracht der deutlichen Erhöhung der Spritpreise an den Applaus für Menschen in den vielzitierten ,,systemrelevanten Berufen“ erinnert. Dieser war in der Situation während der Pandemie sicher angemessen, jedoch hätten Maßnahmen folgen müssen, um neben Bekundungen vor allem echte Verbesserungen der Situation herbeizuführen. Es bleibt abzuwarten, inwiefern die neue Bundesregierung im Falle der Spritpreise reagiert. Der designierte Kanzler Olaf Scholz sprach schließlich besonders viel vom notwendigen Respekt, der in unserem Land wieder eine größere Rolle einnehmen muss. Nimmt man seine Worte ernst, so hat eine Entlastung der arbeitenden Bevölkerung eine hohe Priorität.

Spritpreise als Zeichen des Realitätsverlusts?

So oft man in unserem Land über eine gewisse Politikverdrossenheit spricht, so oft sind es auch Forderungen, die aus eben jener Politik kommen und uns den Eindruck vermitteln, dass sich die Politik mindestens so weit vom Volk und der Realität entfernt hat, wie es umgekehrt der Fall zu sein scheint. Statt Alternativen zu schaffen und Möglichkeiten außerhalb des Autos deutlich attraktiver zu machen, werden höhere Preise geschaffen, die jedoch alternativlos zu zahlen sind. Schlicht und einfach der Grund, dass die staatlichen Hausaufgaben im Falle der Elektroförderung sowie der Ausweitung des öffentlichen Verkehrs nicht gemacht werden, sorgt mit dafür, dass nun Menschen unter Einschnitten leiden, die auf ihren PKW weiterhin angewiesen sind. Sehen wir uns weiterhin an, wie viele Bereiche des öffentlichen Lebens subventioniert werden, so stellt sich auch die Frage, ob hier nicht auch bei der Förderung vom elektronischen Verkehr noch deutlich mehr geschehen muss. Schließlich sind die Preise für adäquate Elektrofahrzeuge mit einer entsprechenden Reichweite weiterhin auf einem Niveau, welches sich ein Großteil der Bevölkerung schlicht und einfach nicht leisten kann. Werden diese Menschen durch höhere Spritpreise weiterhin so belastet wie bisher, so scheint die Anschaffung eines Elektrofahrzeugs in Zukunft bei gleichen Preisen nicht realistischer und erreichbarer zu werden. Spannend wird es sein, wie die Politik Anreize schaffen will und aus dem Modus des Stillstands hinausfindet.

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